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Wie stelle ich mein Fahrwerk ein (Grund Set-Up)

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Wie stelle ich mein Fahrwerk ein (Grund Set-Up)

Ein Gastbeitrag von Christian Hofmann.

Einigen von uns geht es wohl öfter so, dass wir uns unsere Federgabel anschauen und denken „Soviele Knöpfe und Einstellungen! Was soll ich damit nur tun?“ Und damit sich eure Federgabel oder Dämpfer nicht so anfühlt, wie auf dem Bild dargestellt, habe ich euch eine kleine Anleitung verfasst, wie ihr euer Fahrwerk richtig einstellt und mit ein wenig Probieren zu einem perfekt abgestimmten Setup kommt.

Vorab erstmal, das Set-Up ist eine persönliche Sache. Jeder Fahrer hat immer noch seine persönlichen Vorlieben.
Soll kein Gepose sein, aber haltet euch an die unten aufgeführeten Schritte, und Ihr findet schneller zu eurem Basis Setup.
Vor Einstellungsbeginn solltet Ihr darauf achten, das euer Fahrwerk sauber und leichtgängig ist.

  • Gabel einfach mal leicht zusammendrücken und darauf achten ob sie ruckelt.
  • Beim Hinterbau müßtet ihr euren Dämpfer aushängen und den Hinterbau müßte sich leichtgängig auf und ab bewegen lassen.

Schritt 1 : Federhärte anpassen

Gabel

Als erstes den SAG messen ( Negativfederweg ) Es handelt sich um den Weg, den die Gabel einfedert wenn man auf dem Rad sitzt oder steht. Bei manchen Gabeln ist vom Werk aus ein O-Ring am Standrohr, es geht aber auch ein Kabelbinder. Bei Enduro,Freeride und Downhillrädern den SAG im Stehen messen. All Mountain im Sitzen.

Stellt euch auf euer Rad und laßt euch von einem Freund am Lenker und Vorderrad halten. Nehmt die Position ein, in der Ihr auch auf dem Trail unterwegs seid (Tief und weit nach vorn). Nun kurz stillhalten bis euer Freund den O-Ring oder den Kabelbinder auf die Hauptdichtung schiebt. Anschließend vorsichtig absteigen damit die Werte nicht verfälscht werden.

Nun messt ihr den Abstand vom O-Ring (Kabelbinder) bis Oberkannte Hauptdichtung.

SAG WERTE

All Mountain 15 – 25 %

Enduro 25 – 30 %

Freeride & Downhill 25 – 35 %

Habt ihr weniger SAG als beschrieben, ist die Feder zu hart. Habt Ihr mehr SAG, ist sie zu weich. Bei Luftgabel ist es sehr einfach, einfach entsprechend mehr oder weniger Luftdruck. Bei Modellen mit Feder müßt ihr die entsprechende Feder austauchen gegen eine härtere oder weichere.

Dämpfer

Bei dem Dämpfer ist es ein ähnlicher Ablauf wie bei der Gabel, allerdings solltet ihr hier im Sitzen messen. Wichtig, tragt eure Bikekleidung, die Ihr auch beim Fahren tragt. ( Schoner, Helm, Rucksack etc. ) Sattelhöhe wie auf dem Trail, Füße auf die Pedalen und mit dem ganzen Gewicht in den Sattel fallen lassen. Stützt euch am besten mit dem Lenkerende an einer Wand ab und laßt euren Helfer messen. Die Länge meßt ihr am besten von Mitte bis Mitte der Befestigungsschrauben.

Nun müsst ihr wissen, wie viel „HUB“ euer Dämpfer hat. Hub ist der Weg, den der Dämpfer einfedern kann. Einfach nachmessen oder beim Herrsteller nachschauen, da sind die Werte angegeben. z.B. ein Dämpfer mit 222mm Einbaulänge hat im Regelfall 70mm Hub. 30% von 70 mm sind 21mm. Eure Dämpferlänge sollte also 201mm betragen.

Hier auch, bei zuviel SAG, härtere Feder und bei zu wenig eine weichere. Daten sind meistens auf der Feder. Z.B. 500N/m x 3,00″. Der erste Wert ist die Federhärte und der zweite Wert sagt aus wie weit die Feder sich zusammendrücken läßt bis alle Wicklungen aufeinander liegen. Wichtig ist das die neue Feder den gleichen Hub hat, damit Ihr den vollen Federweg nutzt. z.B 450N/m x 3,00″ bei weicherer oder 550 N/m x 3,00″ bei härterer.

Alternativ könnt ihr zur Messung des SAG auch den Gummiring am Dämpfer nehmen und analog zur Federgabel-SAG-Messung vorgehen.

Den Gummiring bis zum Anschlag hochschieben.

Nach dem Einfedern wird der Gumiring durch den Dämpfer verschoben. Daran lässt sich dann der SAG abmessen.

Man misst hier den Abstand zwischen dem Gummiring und dem „Dämpferkolben“.

Schritt 2: Zugstufe ( Rebound ) einstellen

Zugstufe oder Rebound ist die Ausfedergeschwindigkeit.

Gabel

Bei der Gabel gilt, sie so schnell wie möglich zu fahren, ohne dass dabei das Vorderrad bei Schlägen oder Wellen vom Boden abhebt. Gestartet wird bei Zugstufe ganz offen. Drückt nun die Gabel mit eurem Gewicht so fest rein wie ihr könnt, und laßt dann schlagartig los. Das Vorderrad wird leicht vom Boden abheben, und der Lenker wird euch unkontrolliert entgegenschießen. Dann die ganze Prozedur wiederholen, und die Zugstufe immer jewals um einen Klick zudrehen, bis ihr merkt, dass das Vorderrad am Boden bleibt und der Lenker kontrolliert hinterher kommt.

Dämpfer

Beim Dämpfer ist es a weng komplizierter. Er wird in der Regel etwas langsamer gefahren als die Gabel. Der Dämpfer sollte bei kleinen Schlägen noch folgen können, einen aber nicht bei Bodenwellen über den Lenker hauen. Auch hier erst wieder Zugstufe ganz öffnen. Am besten geht ihr vor die Tür und fahrt eine Bordsteinkannte lansam runter. Nun müßtet Ihr merken wie unkontrolliert und häufig euer Dämfer nachschwingt. Wieder wiederholt ihr den Vorgang und dreht die Zugstufe Klick für Klick zu, bis euer Dämfer nur 2-3 Mal schwingt. Je nach Einsatzzweck und Strecke reichen auch 1 -2 Mal aus. Einfach probieren…

Schritt 3 : Druckstufe ( Compression ) anpassen

Druckstufe = Einfedergeschwindigkeit

Bei einigen Herstellern gibt es eine High – und Lowspeed Druckstufe. Für niedrige (Lowspeed) und hohe (Highspeed) beschleunigte Stöße. Lowspeed Stoß ist in etwa eine Boden- oder Bremswelle oder eine Stufe/Absatz, der langsam gefahren wird. Higspeed Stoß ist in etwa ein großes Loch, ein Felsen oder eine harte Landung. Zuerst aber mal mit den vorgenommenen Einstellungen raus in den Wald und fahren. Erst wenn ihr das Gefühl habt, dass irgendwas in manchen Fahrsituationen nicht so stimmt, dann die Druckstufe nutzen… Die Druckstufenänderung merkt man meißt nur beim Fahren… Wenn ihr die Druckstufe richtig einsetzt, bedeutet das mehr Sicherheit und Speed… Also ran ans Werk. Wichtig ist das Probieren.

Zusatzeinstellungen

Federwegsverstellung (Travel Adjust)

Meistens kann man bei All Mountain, Enduro oder Freeride Gabeln den Federweg reduzieren um Anstiege besser bewältigen zu können.

Blockieren (Lock Out)

Sperrung der Druckstufe. Die Gabel fühlt sich nahezu blockiert an. Genutzt wird es bei langen Anstiegen um ein Wippen zu unterdrücken.

Also, dann wünsch ich Euch viel Spaß beim Probieren und Messen und natürlich Fahren Fahren Fahren….
Always good ride…

Wenn Ihr Hilfe braucht, scheut Euch nicht mich anzusprechen.

Gruß
Trailrider
( C.Hofmann)


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