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Vom alten Großelternrad zum schönen City Cruiser

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Wer kennt nicht das Problem, man möchte mal in die Stadt, das Mountainbike/BMX ist dazu etwas zu viel und auch zu schade, und das alte Rad von den Großeltern sieht aus, als würde es gleich auseinander fallen. Nach kurzer Überlegung nimmt man dann doch den Bus, oder läuft gar zu Fuß. Wir zeigen euch wie ihr aus einem alten „Schrottrad“ einen echten Hingucker zaubern könnt, mit dem ihr euch überall blicken lassen könnt, egal ob in der Stadt, vor der Disco, oder auf dem See…

Wenn man sich einen Tag Zeit nimmt, kann man aus dem alten Großelternrad einen wunderschönen klassischen Stadt Cruiser bauen. Alles was man dazu braucht, ist Werkzeug, Schleifpapier, eine bis zwei Dosen mit der(den) Lieblingsfarbe(n) und ein wenig handwerkliches Können.
Der „Umbau“ erfolgt natürlich auf eigene Gefahr! Der Artikel sollte nur ein Leitfaden für euch sein und sollte euch zeigen, was man aus einem alten Rad machen kann.
Um die StVO Ausrüstung sollte sich dann jeder selbstständig kümmern, sofern nötig.
Viel Spaß beim Lesen!

Zerlegen des Fahrrads

Wir fangen an. Und so sieht unser Rad zu Beginn aus:

Um ein gutes Ergebnis erzielen zu können, sollte man das Rad am Anfang zerlegen. Das dient mehreren Zwecken. Zum einen sollte der Rahmen zum Lackieren möglichst frei von allen Anbauteilen sein, zum Anderen sollte man solche älteren Räder auch mal durchchecken und alle bewegten Anbauteile wie Naben, Kurbeln, Steuersatz usw. eventuell saubermachen und schmieren. Außerdem sind an alten Rädern noch haufenweise Teile angebaut, die kaum Einer braucht.
Wie man beim Zerlegen vorgehen muss, werde ich nicht beschreiben. Die Bastler unter euch wissen eh wie es funktioniert und die, die es werden möchten, müssen sich nur gut merken, welche Teile wo und wie angebaut waren, eventuell Fotos zwischendurch machen, damit man später nachschauen kann, wie die Teile verbaut waren.

Vorbereiten des Rahmens

Nun bereiten wir den Rahmen zum Lackieren vor. Dazu sollte ALLES vom Rahmen runter. Auch die Gabel sollte ausgebaut werden. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Möglichkeit: man entfernt den alten Lack vollständig entweder durch Abschleifen oder durch Sandstrahlen (Sandstrahler wird benötigt). Dann muss der Rahmen komplett neu grundiert und lackiert werden.
2. Möglichkeit: man schleift den alten Lack nur an, damit er rau wird und die neue Farbe besser haftet. Diese Möglichkeit ist die einfachere.
Ich bevorzuge die 2. Variante, da diese nicht so viel Arbeit bereitet, schneller geht und das Ergebnis auch absolut zufriedenstellend.
Also schleifen wir den Rahmen an. Dabei bitte darauf achten, dass man auch wirklich in alle Ecken kommt, sonst besteht die Möglichkeit, dass der Lack an diesen Stellen später absplittert. Nach dem Abschleifen müssen wir den Rahmen saubermachen, am besten mit einem Baumwolltuch und irgendeiner entfettender Flüssigkeit, z.B. Benzin oder Lackverdünner. Sollte der Rahmen noch irgendwelche Aufkleber haben, sollte man schauen, dass man diese komplett abbekommt und die stellen von Kleberresten befreit. Das gleiche machen wir auch mit der Gabel durch.

Lackieren

Nun kommt das Wichtigste, das Lackieren.
Idealerweise sollte man dies in einem Lackierraum mit Abzug machen. Ich habe leider keinen, also habe ich es ein Mal im Keller und ein Mal draußen im Hof gemacht. Wenn das Wetter gut ist (sonnig und still), sollte man es lieber draußen machen, dann saut man den Keller nicht ein, und muss den Farbstaub nicht einatmen. Wie und wo man es macht, entscheidet im Endeffekt auch ihr. Wichtig ist, dass der Rahmen irgendwo befestigt/aufgehängt wird, so dass man ihn von allen Seiten ansprühen kann. Ich habe meine Rahmen immer mit einer Schnurr am Steuerrohr aufgehängt. Außerdem sollte man alles, was nicht lackiert werden sollte, abkleben. An manchen alten Rahmen gibt es Verzierungen in Chrome, sie sind recht schön und sollten daher auch erhalten bleiben.
Nun bedeckt man den Rahmen mit der ersten Lackschicht, diese lässt man dann leicht trocknen, ca 15-30 Minuten, und legt die nächste Schicht drüber. Diesen Vorgang wiederholt man ca. 3. Mal. Schimmert die alte Farbe des Rahmen dann immer noch durch, macht man das so lange, bis die neue Farbe die alte komplett deckt. Dann kann man eventuell noch eine oder zwei Schichten Klarlack drüberlegen. Dann lässt man den Rahmen 24 Stunden hängen, damit die Farbe trocknet.
Das gleiche ziehen wir auch mit der Gabel durch.
Beim Lackieren bitte die Hinweise auf der Lackdose beachten!

Aussortieren der unnötigen Teile

Und während unser frisch lackierter Rahmen trocknet, wenden wir uns der Ausstattung unseres Cruisers zu.
Die meisten alten Räder habe sehr viele Teile Verbaut, ein Dynamo, Lampen, Reflektoren, Gepäckträger, Bremsen usw. Einige dieser Teile werden die meisten von euch nicht brauchen, also sollten diese aussortiert werden. Meist besitzen solche Räder eine Nabenschaltung und eine Rücktrittbremse. Wenn dies der Fall ist, kann man zum Beispiel die Felgenbremsen komplett weglassen, da die Rücktrittbremse völlig ausreichend ist. Auch der Gepäckträger ist meist überflüssig, und ohne sieht unser Cruiser dann auch besser aus. Im Endeffekt kann alles runter bis auf folgende Teile: Schutzbleche, Schaltung, Klingel. Schließlich entscheidet aber jeder selbst was er lassen möchte. So bauen manche auch die Schutzbleche ab. Ohne sieht das Rad ein wenig sportlicher aus, mit eher klassischer.

Saubermachen und Pflegen der Teile

Nun bringen wie die Teile, die nach den Aussortieren übrig geblieben sind, in Ordnung.
Zunächst bringen wir die Laufräder in Ordnung. Dazu machen wir sie erst mal sauber. Meistens haben sie einen leichten weißen Belag, der den Rädern auch Ihren Glanz nimmt. Dazu nehmen wir Edelstahlreiniger und machen damit die Felgen, Speichen und die Naben sauber. Ihr werdet feststellen, dass die Ränder in einem viel besseren Zustand sind, als sie aussehen. Wenn die Räder wieder glänzen, kippen wir noch ein wenig Öl in die Naben, damit sie wieder sauber laufen. Wer keine Angst hat sich die Finger schmutzig zu machen, kann auch die Naben aufschrauben und sie innen drin sauber machen und richtig fetten. Außerdem sollte man die Reifen ersetzen, denn bei den Alten Reifen wird der Gummi meistens sehr spröde und könnte reißen. Von Schwalbe gibt es schöne Weißwandreifen für ca. 15 Euro das Stück. Damit sieht der Cruiser später richtig schön aus.
Auf ähnliche Art und Weise werden allen anderen Komponenten auch sauber gemacht: Lenker, Kurbeln, Schutzbleche usw. Sollten manche Teile leichten Flugrost aufweisen, nehmen wir ein Stück Stoff, machen ein wenig Öl drauf und reiben damit alle Teile, außer Lenkergriffe, ein. Das Öl zersetzt den Rost größtenteils und bringt die Chrometeile richtig schön zum glänzen.
Man sollte auch unbedingt die Kette checken. Ist diese stark verrostet, empfiehlt es sich eine neue zu kaufen. Das ist ein Kostenfaktor von 10 Euro für eure Sicherheit. Eine durchgerostete Kette könnte nämlich unterwegs reißen. Das ist sehr ärgerlich und könnte auch sehr schmerzhaft werden.

Fertigstellen des Cruisers

Nachdem unser Rahmen nun trocken ist und alle Teile sauber gemacht wurden, kann das Zusammenbauen des Cruisers beginnen. Man baut die Gabel wieder in den Rahmen ein. Steuersatz nicht vergessen! Lenker, Kurbeln, Schutzbleche und Laufräder werden angebaut. Hat man ein paar schöne Aufkleber zu Hand, kann man das Rad noch ein wenig damit verzieren.
Und so könnte das Ergebnis aussehen:

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Anton Warkentin

1987 in Omsk, Russland geboren - 2000 nach Deutschland gezogen - 2015 Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik - heute Product Owner & Agile Leader


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