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Interview mit Nick Beer

Ein Gastbeitrag von Christian Gaal.

Hier das Interview mit Nick Beer von Christian Gaal für wuerzburg-riders.de. Das Interview ist zwar schon etwas veraltet, und zwar ist es von November 2008, aber wir dachten uns, wir veröffentlichen es doch noch ein mal auf unserer neuen Seite, da wir nach und nach die Artikel von unseren alten Seite kopieren… Also, wer es noch nicht kennt, viel spaß beim Lesen!

Würzburg Riders goes Schweiz!

Zu Besuch bei Nick Beer.

Aus Matten bei Intermatten in der Zentralschweiz, wunderschön gelegen zwischen zwei großen Seen, kommt der amtierende Meister des IXS Cups und Schweizer Meister im Downhill.
In Deutschland eher weniger bekannt, hat er diese Saison namhafte Fahrer wie Markus Klausmann oder Claudio Caluori locker hinter sich gelassen. Als IXS|Yeti-Teamfahrer zusammen mit seinem Bruder hat er nach weiner schweren, 2-jährigen Verletzungspause seinen Weg an die Spitze fortgesetzt. 2009 wird er für einen neuen Sponsor an den Start gehen, international wird man ihn ganz vorne sehen, zusammen mit Namen wie Sam Hill, Steve Peat und anderen Top-Fahrern der Weltelite

Interview

Hi Nick, jetzt zum Winter die erste Frage:

Wie trainierst du eigentlich?

Es beginnt im Winter. Da gehe ich immer in den Kraftraum. Das ist das Wichtigste, wenn man nicht biken kann. Ich halte es auch für gut, wenn man das Rad mal 2,3 Monate wegstellt und nicht Downhill fährt, sondern nur Krafttraining macht. Im Frühling mache ich dann Grundlagenausdauer, einfach biken gehen für mehrere Stunden. Ohne Kraft, einfach nur locker biken. Auch aufs Rennrad setze ich mich mal.

Was ist mit Wintersport?

Ja ja das ist nebenbei. Immer wenn ich frei habe, bin ich au den Skiern unterwegs. Ma sill doch auch mal ws „Krankes“ machen, und das finde ich im Freeski.

Interessiert dich das nicht Freestyle auf dem Bike umzusetzen?

Eher nicht. Es geht heutzutage nicht mehr, in mehreren Disziplinen gut zu sein, wenn man zum Beispiel Downhill und Slopestyle auf einmal macht. Das ist zu zeitaufwändig. Wenn man eine Saison ernsthaft durchziehen möchte, dann reicht das nicht.

Du hast mal gesagt, du wusstest früh, dass Downhill dein Sport ist. Wie ging es los?

Wir kamen über die Eltern zum XC und fuhren zeitig Rennen. An irgendeinem Wochenende gab es auch ein DH-Rennen und da wussten wir, das wollten wir auch machen. Dann ging es damit weiter, dass Patrick Grissen, damals Marielles Saners und Global-Team-Mechaniker uns 2 gebrauchte Bikes besorgt hat.

Gibt es einen Fahrstil zu dem du tendierst?

Das ist schon so. Man ist nie genau gleich wie ein Anderer, aber man kann schon sagen, dass mein Fahrstil eher dem von Minaar als dem von Sam Hill ähnelt. das leigt daran, dass Hill von Anfang an mit Flat-Pedales unterwegs ist. Das ist schon ein Stil-Unterschied. Es gibt viele, die Sams Stil mit Flat-Pedales kopieren. Ich denke über die Hälfte der Fahrer im Worldcup fahren Flat. Aber ich versuche weiter so zu fahren wie von klein auf. Ich bin von Anfang an Clickies gefahren. Damit kann ich besser beschleunigen. So fahre ich immer Clickies.

Dann nimmst du den Fuß selten vom Pedal?

Eigentlich braucht man das doch gar nicht. Das ist doch nur für die Psyche, oder? Ich überlege mir immer, es rutscht doch genau gleich, egal wo der Fuß ist.

War das deutsche IXS-Cup-Finale in Garmisch etwas besonderes für dich?

Irgendwie schon, ja. Ich war erst gar nicht so motiviert, es war spät in der Saison. Die Strecke wirkte beim Ablaufen einfach frisch abgesteckt. Da dachte ich, ich fahre einfach für den Spass. Im Rennen versuchte ich, einfach locker und immer mit Schwung zu fahren.

Hättest du mit dem Sieg am Samstag mit diesem Vorsprung gerechnet?

Nein, das nicht. Ich war in der Quali schon mit 3 Sekunden vorn und hatte eigentlich einen schlechten Lauf.

Umso größer die Überraschung…

Eigentlich nicht. Ich wusste ja, bei diesen matschigen und nassen Verhältnissen kann man überall einen Fehler haben. Da bin ich also so viel wie möglich gefahren und locker geblieben.

Bedeutet dir der Sieg mehr, weil ja doch alle deutschen und einige Schweizer Top-Fahrer dabei waren?

Ja. Ich hätte die Höhe des Vorsprungs nicht erwartet und fragte mich selbst, wie ich das geschafft habe.

Hat dir das zusätzliche Motivation für die Schweizer Meisterschaft gegeben?

Eher nicht. Vor einem Rennen denke ich ja eigentlich immer gleich, konzentriere mich auf das kommende Rennen und die neue Strecke. Ich wusste schon, dass ich gewinnen könnte, aber auch, dass andere Fahrer auf der Strecke mehr trainiert hatten. Die Favoritenfrage interessierte mich aber nicht so sehr vor dem Rennen.

Wie ist das Feeling in der Schweizer Nationalmannschaft?

Es hat so etwas wie einen Generationswechsel gegeben. Dominik Gspan und dich sind jetzt so was wie die Leader, wenn man das so sagen darf. Die ganze Truppe ist junger.

Was ist deine Lieblingsstrecke?

Nach wie vor Scuol! Sie besteht seit vielen Jahren. Ich bin sie von klein auf gefahren und sie hat sich nicht verändert. Da habe ich nach wie vor den größten Spass, vielleicht auch, weil es da manchmal so extrem staubt.

Gibt es eine Strecke, die du nicht magst?

Nein. Außer vielleicht Champery, das ist nicht unbedingt meine Lieblingsstrecke. Das war beim Worldcup schon etwas gefährlich und dazu noch nass.

Du fährst also lieber im Trockenen?

Das kann man so nicht sagen. Klar fahre ich lieber im Staub, das heißt aber nicht, dass ich Schlamm nicht mag. Ich finde das auch interessant.

Was für einen Beruf hast du gelernt?

Letzten Sommer habe ich meine Ausbildung zum Polytechniker bei der RUAG Aerospace abgeschlossen. Bei den Prüfungen musste ich handwerkliche und industriele Fertigkeiten unter Beweis stellen, das war nicht so easy. Erst danach kamen die Erfolge im Race.

Was hast du sonst für Interessen?

Eine Sache sind sicher Parties, was im Winter schon mal etwas strenger ausfällt, weil man den Sommer hindurch so seriös ist. Da muss man schon durchziehen; wenn man Rennen hat, bleibt keine Zeit zum Partymachen. Dafür ist der Winter dann ideal.

…und um sich um die vielen Mädels zu kümmern.

Genau, wenn man es richtig macht, kann man das genießen.

Dann noch viel Spaß und eine Gute Saison 2009!
Vielen Dank fürs Interview!


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